Jardim & Bonito

Nach zwei Fahrtagen von Brasilia aus erreichten wir die Stadt Jardim in Matto Grosso do Sul. Wir entschieden uns in Jardim anstatt in Bonito zu bleiben, da die Naturspektakel welche wir besichtigten wollten näher an Jardim liegen als an Bonito. Außerdem sind die Unterkunftskosten in Jardim günstiger. Wir kamen übrigens in der Pousada Zamora unter. Marisa, unsere Gastgeberin, ist sehr herzlich, hat ein exzellentes interkulturelles Verständnis und entschied sich auf’s Alter eine Pousada zu eröffnen, die bei unserem Besuch erst 8 Monate alt war. Sehr empfehlenswert!

Zunächst besichtigten wir das Buraco das Araras, das ca. 30km von Jardim entfernt war. Hierbei handelt es sich um eine tiefe Schlucht, die im Laufe von Jahrhunderten durch kollabierten Sandstein entstanden ist. Am Fuße der Schlucht hat sich ein See gebildet, in dem ein Caiman-Paar (Alligatoren) beheimatet sind. Diese beiden Geschöpfe leiden scheinbar unter akutem Nahrungsmangel, da sie sogar die eigenen Kinder nach derer Geburt verspeisen – grausam!

Das Buraco das Araras befindet sich auf einem privaten Grundstück, welches seit 1996 touristisch kommerzialisiert wurde. Der clevere Besitzer ($R78 pro Erwachsener) siedelte ein Papageienpaar an, welches Nachwuchs bekam und weitere Papageien anzog. Damit entwickelte sich diese Papageienschlucht über zwei Dekaden und heute leben anscheinend um die 60 Papageienpaare hier. Tatsächlich lassen sich die bunten Geschöpfe hier wunderbar beim Sitzen und Fliegen von den zwei Aussichtsplattformen beobachten. Besonders schön anzusehen war dabei der Flug der Papageien in der Kolonne.

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Wir erfuhren übrigens, dass das Militär dabei half das Grundstück und insbesondere den Schluchtensee zu sauberen als die Designation als Naturschutzgebiet anstand. Gefunden wurden dabei 21 Leichen und mehrere Fahrzeuge – der klassischen Mafioso-Manier hatten sich also auch die Gauchos hier beholfen 😉

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Am Tag drauf ging’s zur Recanto Ecologico Rio da Prata, ca, 35km von Jardim entfernt. Wir besorgten uns vorab von einem Reisebüro in Jardim einen Voucher um an einer geführten Schnorcheltour teilnehmen zu können. Der Preis war mit R$ 256 nicht günstig, allerdings sehr sein Geld wert. Schade war nur, dass das Minimumalter bei 8 liegt und somit Leo und Maja nicht mitmachen konnten und Irina und Lothar sich abwechseln mussten und dafür sogar ein zweites Mal zur Farm kommen mussten.

Der Ausflug lief wie folgt ab: Mit einem umgebauten Pick-up Truck (Camioneta) wurde wir ca. 1,5km über die Farm zu einem Dschungelpfad geführt. Von da aus ging es rund 2km durch den Wald, wo wir Brüllaffen erblickten und nach rund 40min am Einstieg des Olho d’Agua (Name des Flusses) ankamen. Hier waren Schnorchelübungen für die Unerfahrenen angesagt, aber Irina und Lothar nutzten sofort die Gelegenheit die vielen Fische aus nächster Nähe zu begutachten.

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Ein riesiger Schwarm von Pitapurangas, Doraden und Curimbatas warteten darauf von der Go Pro erfasst zu werden und war überhaupt nicht scheu sich der Linse zu nähern! So „mutige“ Fische hatten wir zuvor noch nie gesehen – nicht einmal beim Tauchen in diversen Nationalparks auf der Welt.

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Nach den Übungen ging es zunächst flussaufwärts zur Quelle des Olho d’Agua. Dieses war mehr oder weniger ein Loch im Boden aus dem Wasser strömte – wenig spektakulär. Dann konnte man sich im Abstand von 2m zum Vordermann einfach flussabwärts treiben lassen und die Unmengen an Fischen beobachten.

Die Unterwasserwelt änderte sich immer wieder mit grasgrünen Gräsern, Bäumen und Wurzeln sowie Sand und Felsen. Die Sicht war hervorragend und bestimmt um die 20m! Die Strömung war sehr angenehm und nur leichte Korrekturen hier und da mit den Händen notwendig.

Nach ca. 1,5h gelangt man zum „Vulcano“, einer weiteren Quelle des Flusses, wo aus mehreren Löchern der Sand aufgewirbelt wird und diese dann eine kegelartige Form erlangen – daher der Name. Natürlich konnten wir es uns nicht verkneifen hinab zu tauchen und die Vulkane zu berühren 🙂

Kurz vor Schluss mündet der Olho d’Agua dann in den Rio do Prato, was sich zum einen durch eine 4-5 Grad niedrigere Temperatur und eine sofortig eintretende schlechte Sichtbarkeit von 1m bemerkbar macht. Im Anschluss gab’s noch ein leckeres, typisches brasilianisches Essen mit Produkten von der Farm.

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Fazit: Alles in allem eine sehr empfehlenswerte Tour, die man mitmachen sollte, wenn man in der Gegend ist. Definitiv einer der Highlights in Brasilien.

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