Santarem –> Belem

Nach der Amazonastour von Manaus aus ging es per Flieger nach Santarem, auf halben Weg zwischen Belem und Manaus. Der Flug war mit 1,5h relativ kurz. Vom Flughafen aus erwischten wir gleich den günstigen Bus ($R3 pro Erwachsener), der uns sogar bis zur Haltestelle vor unserem Hotel (Palace Santarem) brachte 🙂 Das Taxi hätte übrigens $R70 gekostet und Uber gibt es leider in Santarem noch nicht.

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Irina ging am nächsten Tag ins öffentliche Krankenhaus, welches eher den Charakter eines Gefängnisses hatte. Aufgrund der anhaltenden Grippesymptome unterzog sie sich einem Malariatest, der glücklicherweise negativ ausfiel. Das Ergebnis stand innerhalb weniger Stunden zur Verfügung und kostete tatsächlich gar nichts 🙂

Die Kinder und Lothar nutzten den Tag für einen Ausflug nach Alter do Chao. Dieses von Santarem rund 30km entfernte Städtchen wurde vom britischen Magazin „Guardian“ mit dem Titel des schönsten Süßwasserstrandes der Welt belegt. Dieser auf der Isla Amor liegende Strand ist allerdings in seiner vollen Pracht nur in der Trockenzeit zu bestaunen. Da wir noch mitten in der Regenzeit hier waren lag die Insel und die Strohhütten halb unter Wasser.

Die Busfahrt nach Alter do Chao startete wieder komfortabel vor unserem Hotel und dauerte etwas mehr als eine Stunde und kostete sage und schreibe nur $R3,50. Wir stellten uns zunächst eine Weile unter um die Regenschauer (Regenzeit!) zu überbrücken und verbrachten anschließend die erste Zeit an der Praia do Alter do Chao. Hier erfrischten wir uns im wohltemperierten Rio Tapajos.

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Anschließend nahmen wir ein Ruderboot für $R5 auf die Insel Ilha Amor bzw. was davon übrig geblieben war. Der Bootsmann ließ uns bei einer halb-überschwemmten Strohhütte raus und wir durften noch einige Meter durch das Taillen-hohe Wasser stapfen. Auch hier konnten die Kinder wieder super plantschen. Am Abend ging’s wieder per Bus zurück ins Hotel.

Am nächsten Morgen nahmen wir gegen 9 Uhr ein Taxi ($R20) zum Hafen, wo unser nächstes Transportmittel auf uns wartete: Das Schiff Amazon Star. Wir hatten uns vorab im Internet zu Preisen und Kabinen informiert und letztendlich über AR Transporte (www.artransporte.com.br) eine Reservierung vorgenommen. Dazu hatten wir vorab für die Master Suite $R600 per Bankautomat als Anzahlung überwiesen und die gleiche Summe dann am Vortag persönlich im Büro bezahlt, wo wir auch die Fahrkarte ausgehändigt bekommen haben.

Bei der Amazon Star handelt es sich um großes Personen- und Transportschiff, das Platz für mehr als 300 Passagiere und zahlreiche Autos bietet. Die meisten (und günstigsten) Plätze sind im Hängemattenschlafsaal zu finden: Hierzu sucht man sich mit der selbstmitgebrachten Hängematte zwei Haken und verstaut sein Gepäck darunter – Privatsphäre Fehlanzeige. Auch gilt hier: First come, first serve. Da das Schiff bereits in Manaus gestartet war hatte sich der Schlafsaal bereits gut gefüllt bis Santarem.

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Wir hatten uns nicht zuletzt aufgrund der Kinder für die „Master Suite“ entschieden. Als wir auf dem Boot eincheckten wurde uns gesagt, dass keine Master Suite mehr zur Verfügung stehen würde und sie uns die Kabine des Schiffsbesitzers (der nicht an Bord war) geben würden. So sah die dann aus:

Das Schiff legte ca. 30min verspätet gegen 10:30 Uhr ab. Wir lernten sogleich ein älteres deutsches Paar kennen und stellten fest, dass auch hier wieder viele weitere Deutsche an Bord waren. Das Amazonasgebiet scheint ein richtiger Magnet für unsere Landsleute zu sein 🙂

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Die Route verlief entlang des Amazonas Richtung Osten über die Inselregion (Ilha Grande) und bog dann via dem Fluss Para gen Marajo Bucht ab von wo es schließlich nach Belem ging. Insgesamt waren rund 45 Stunden Schiffsfahrt für diese Strecke prognostiziert. Es gab zudem drei Mahlzeiten zum Verkauf an Bord, meist Reis, Bohnen, Nudeln und eine Fleischart. Das Preis-Leistungsverhältnis war ok, da die Gerichte nie mehr als $R15 kosteten. Allerdings kann es schnell eintönig werden.

Das Schiff hatte drei Decks: Im untersten befand sich das Lager und die Autostellplätze, im mittleren die Kajüten und der Hängemattenschlafsaal und im obersten gab es weitere Kajüten sowie eine Bar. Letztere mutierte auch schnell zum wichtigsten Treffpunkt aller Schiffsinsassen. Auch hier konnte man etwas zu essen und vor allem zu trinken bestellen. Bier ($R5) war übrigens genau so teuer wie Cola 😉

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Beliebt unter den Brasilianern an Bord war Domino, das an Plastiktischen mit einem kühlen Bier gespielt wurde.

Der erste Tag an Bord verlief relativ schnell und die Aussicht war relativ monoton, da der Amazonas sehr breit war und die Ufer dementsprechend weit entfernt waren. Zu den Highlights gehörten daher die Stopps an den Häfen Monte Allegri und Prainha, wo Händler eifrig versuchten Speis und Trank an die Schiffsreisenden zu bringen. Ein sehr willkommene und günstigere Abwechslung zur Schiffskost 😉

Besonders interessant war hierbei die Idee das Verkaufsgut durch eine an einem langen Stock befestigte Plastikflasche zu den Gästen am obersten Deck zu transportieren. Diese nahmen die Ware entgegen und legten wiederum Bargeld in die Plastikflasche. Easy peasy  und exotische Früchte waren auch oft dabei:)

Sobald die Sonne unterging gab es nicht mehr viel zu tun. Unsere Aktivitäten pendelten zwischen Unterhaltungen an der Bar und Kinder-DVDs auf der Kajüte. Beide Abende gingen wir zudem früh schlafen, was nach den vielen Krankheiten auch gut tat.

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Tag zwei war definitiv spannender als der erste. Einerseits wurde der Schifffahrtsweg auf dem Rio Para enger und somit die Landschaft besser sichtbar. Viele Pflanzen, die wir sichteten kannten wir bereits von unserem Dschungeltrip. Wer allerdings viele Tiere auf der Fahrt erhofft wird enttäuscht werden. Bis auf einen Delphin und ein paar Vögel gab es nichts zu bestaunen. Andererseits nahmen die Siedlungen am Rio Para zu und man konnte viele Holzbauten der lokalen Bewohner bestaunen.

Oft näherten sich 5-jaehrige mit ihren kleinen Geschwistern in einem Kajak unserem Schiff, in der Hoffnung etwas zu bekommen. Wir hatten uns vorab informiert und ein paar Klamotten und Schreibsachen besorgt, die wir in Plastiktüten ihnen so nah wie möglich zu warfen. Maja spendete sogar ihr Quietscheentchen 🙂 Auch von den anderen Reisenden gab es viele Geschenke.

Am nächsten Morgen wurden wir gegen 7:15 Uhr ein zweites Mal vom Personal geweckt. Dank günstiger Strömungen kamen wir mindestens drei Stunden vor geplanter Ankunft. Als wir das Schiff ankam haben wir also ein paar Stündchen weiter gepennt. Wir wussten nicht, ob die anderen Reisenden auch geweckt wurden, aber irgendwie kam uns der Aufenthalt und das zweite Wecken und die Bitte das Schiff zu verlassen, da es bald wieder ablege, nicht koscher vor und wir vermuteten, dass unseren Kabine inoffiziell vermietet wird und das Geld aufgeteilt wird. Die Wahrheit werden wir nie erfahren…

Damit endete unsere zweitägige Amazonasschifffahrt. Wir fanden sie interessant, allerdings zu teuer. Ein Australier an Bord erzählte uns, dass er für nur $R80 in der Hängematte von Manaus nach Santarem mit einem anderem Boot gekommen war. Wenn Suite, dann würden wir nur die Doppelbett-Suite (cama casal) empfehlen, da diese genauso gut aussah wie unsere Master Suite und $R200 günstiger war. Aber insgesamt fanden wir alles außer den Hängemattenplätzen überteuert. Die Preise relativieren sich ein wenig wenn man die gesamte Strecke von Manaus nach Belem (5 Tage) fährt, da hier der Aufpreis nur minimal mehr ist als auf der Strecke Santarem – Belem.

Am Güterhafen angekommen ging’s per Bus zum Ver-o-Peso, Belems bekannten Markt, und von dort aus erreichten wir fußläufig unser Hotel, in dem wir auch schon in der Nacht vor dem Abflug geblieben waren. An unserem Ankunftstag hatten wir uns bereits den Parque Zoologico Emilio Goeldi angeschaut, der sehr empfehlenswert ist (Eintritt $R3 pro Erwachsener). Hier kann man Tapire, Alligatoren, Papageien, Jaguare, Schildkröten und viele weitere Amazonastiere bestaunen. Außerdem gibt’s die riesigen Wasserlilien aus dem Amazonasgebiet zu sehen.

Zu den Highlights von Belem gehört sicherlich die Hafengegend, um den Ver-o-Peso und die Docas herum. Hier kann man sehr nett zwischen den Suppenküchen und Fressständen flanieren, sich ein leckeres frisch gezapftes Amazon Bier gönnen oder eine spontan stattfindende Tanzshow bestaunen.

Auch der Mercado Central ist aufgrund seiner interessanten Architektur einen Besuch wert. Hier stießen wir auf die folgende Band:

Die Altstadt, Cidade Velho, ist auch gespickt mit Museen, einer Festung und einer schönen Kirche. Allerdings sollte man sich anders als wir einen anderen Tag als Montag aussuchen, da hier durch die Bank alles geschlossen war. Passte irgendwie zu dem permanenten Regenwetter, das wir während der zwei Tag hatten. Am Sonntag gab es zudem einen netten Markt am Praca do Republica.

Da nach Belem Brasilia das nächste Ziel war und dies eine ordentliche Fahrstrecke war nutzten wir noch die Vorzüge der Stadt für zwei Erledigungen: Zum einen stillten wir Leo’s wiederkehrende Zahnschmerzen mit zwei Füllungen beim Zahnarzt Dr. Renan Alves ($R700 – nicht so günstig wie in Uruguay). Zum anderen bekam Oscar seinen wohlverdienten Öl- und Klimaanlagenfilterwechsel. Abgehakt 🙂

Wir nutzten zudem die Gelegenheit die Schwägerin meines ehemaligen brasilianischen Arbeitskollegen Claudio in Belem zu besuchen. Oriana und Sergio sind beide Dozenten an der UFPA (Universidade Federal do Para) und leben in einem schönen Häuschen in einer Gated Community in Universitätsnähe. Netterweise konnten wir Oscar vor ihrem Haus während unser Amazonasreise lassen. Es war schön die beiden kennenzulernen!

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Amazonas & Manaus

Es war das erste Mal auf unser Reise, dass wir eine mehrtägige organisierte Tour buchten. Ziel war das Amazonasgebiet und da ist es nun mal schwer authentische Ausflüge auf eigene Faust zu unternehmen. Die Idee war nicht nur in Manaus zu bleiben, sondern den Amazonas hautnah in Form einer Dschungel-Lodge und damit angebotenen Touren zu erleben.

Die Auswahl ist groß und die Preise oft ohne erste Kontaktanfrage schwer ersichtlich. Wir konzentrierten uns auf vier Lodges: Amazon Turtle Lodge (http://www.amazonturtlelodge.com/), Geros Ararinha Jungle Hotel, Tariri Lodge und Amazon Antonio Jungle Lodge. Bei den beiden Letzteren war das „Meeting of the Waters“, das Zusammentreffen von Rio Negro und Rio Solimoes nicht inkludiert und somit sortierten wir diese aus. Zwischen den beiden ersteren war es ein Kopf-an-Kopf Rennen und schließlich gaben nur Kleinigkeiten (etwas günstiger, schnellere Antworten, Flughafenabholung) den Ausschlag für Geros Lodge (http://amazongero.com/).

Der Flug nach Manaus ging ab Belem (eigener Eintrag zu dieser Stadt folgt) um 22:40 Uhr los und landete spät um 0:50 Uhr Manaus Zeit (-1 Stunde zu Belem). Der Preis lag bei rund 340 Euro (nur Hinflug) für uns vier plus einem Gepäckstück was fair war für einen Flug von drei Stunden. Wir nutzten in Belem übrigens Uber ($R25 von der Stadt) was sich als sinnvoll herausstellte, da das Parken am Flughafen mit $R55 pro Tag relativ teuer war.

Toll an Gero’s Paket ist, dass er einen vom Flughafen abholt und zum Hotel bringt, was uns sehr gelegen kam aufgrund der Ankunftszeit mitten in der Nacht. Am nächsten Morgen ging’s auch gleich um 9:30Uhr los: Unser Fahrer Luiz brachte uns und zwei andere Mädels mit dem Auto zum Hafen Ceasa, wo wir unseren Trip in bar bezahlten ($R3000 für 4 Tage/3 Nächte) und noch einen kurzen Blick auf den lokalen Fischmarkt werfen konnten.

Dann ging es per Schnellboot zum ersten Highlight des Trips: Das Zusammentreffen von Rio Negro und Rio Salimoes („Meeting of the Waters“). Die beiden Flüsse besitzen eine unterschiedliche Farbe (aufgrund unterschiedlicher Sedimente, die sie auf ihrer Reise durch das Amazonasgebiet aufnehmen) und unterschiedliche Temperatur (Rio Negro ist wärmer aufgrund seiner schwarzen Farbe) und treffen geballt aufeinander ohne sich zu vermischen. Wir stoppten an der Schnittstelle für mehrere Minuten und konnten den Temperaturunterschied (manchmal bis zu 10 Grad Celsius, bei uns waren es eher 5) hautnah ertasten. Ein faszinierendes Spektakel unserer Natur!

Nach der Bootsfahrt ging’s per Bus weiter für knapp eine Stunde, wovon die Hälfte ungeteert war. Das letzte Stück überbrückten wir dann wieder per kleinem motorisierten Boot und erreichten nach gut drei Stunden endlich das Ararinha Jungle „Hotel“. Wir hatten uns für das private Bungalow mit Ventilator entschieden, es gab aber auch günstigere Varianten im Schlafsaal (R$800 für 4 Tage ohne privaten Führer).

Wir bekamen noch ein einfaches Mittagessen (Reis & Bohnen, ihr wisst schon) serviert und dann ging das Programm auch schon los. Wir hatten einen privaten Führer gebucht. Er heißt Anselmo und bildete zusammen mit unserem Bootsfahrer Nanaco unser Erkundungsteam für die nächsten vier Tage.

Auf einem kleinen, motorisierten Boot tourten wir zunächst durch die Seitenarme des Amazonas. Es war sehr faszinierend die überschwemmten Bäume, Schlingpflanzen, Seegras und Kleintiere (Spinnen, über Wasser rennende Eidechsen, springende Fische) in den engen Schwemmlandkanälen, den sogenannten Igapos, zu begutachten.

Dabei entdeckten unsere Guides allerlei Vogelarten – von Kranichen, über Papageien und Tucans bis hin zu exotischen Gestalten wie dem Uatsin, einem prähistorischen Federvieh. Die Unmenge an Vogelarten ist eine der größten Faszinationen des Amazonas und wir entdeckten im Laufe der vier Tage mindestens 20 verschiedene Arten! Sogar einen Iguana in der Baumkrone erspähten wir.

Einen besonderen Vogel hatten unsere Guides trotz 20 Jahre Amazonas noch nie zuvor gesehen: Der Halsband-Faulvogel, dessen Name ein befreundeter Ornithologe erst feststellen musste.

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Dann ging es zu einem „See“ zum Schwimmen. Diese Bezeichnung wird im Amazonas für Gewässer benutzt, die von mehreren Seiten mit Wasser gespeist werden und relativ still stehen. Ein kurzer Sprung vom Boot und schon waren Leo und Lothar im Wasser. Die Schwimmwesten dienten dabei als Schwimmflügel. Maja kam auch noch für 10 Sekunden dazu, zog aber das Trockene im Boot dann relativ schnell vor. Das erste Bad im größten Fluss der Welt – toll 🙂

Anschließend ging’s zurück zum Abendessen, wo wir all die anderen Touristen kennenlernen konnten. Amtssprache war zum Großteil deutsch, da mindestens die Hälfte der Besucher Deutsche waren. Das Essen (Fisch, Hühnchen, Salat, Reis, Nudeln, Bohnen) war einfach, aber lecker. Die Nacht mit Moskitonetzen und einem Ventilator war relativ unangenehm, da es einfach zu warm und schwül im Zimmer war. Glücklicherweise bekamen wir am nächsten Tag einen weiteren Ventilator und auch Nachttemperatur wurde milder.

Am nächsten Morgen ging’s nach dem Frühstück wohlgestärkt zum Piranha Fischen. Dazu suchten wir uns einen ruhigen Seitenarm des Flusses, wo das Wasser relativ still stand. Dann holten unsere Führer Becher mit kleinen Rindfleischstücken hervor, die als Köder dienten. Die „Angeln“ waren Stöcke mit Faden und einem Haken – was den Erfolg aber nicht schmälerte 🙂 Leonard war sogar der erste der einen Piranha herausholte 🙂 Pirinhas lieben stilles Wasser und stille Köder. Das einstündige Angeln artete ein wenig zum Wettbewerb Brasilien vs Deutschland aus und als der Guide sagte Brasilien 1 konnte Lothar sich das „Deutschland 7“ nicht verkneifen 😉 Insgesamt waren wir sehr erfolgreich (bis auf Lothar, der wieder mal keinen Fisch fing) und brachten samt Fang der Führer 7-8 Pirinhas zurück. Diese gab es dann auch gleich gegrillt zum Mittagessen 🙂

Am Nachmittag stand Dschungelwanderung auf dem Programm. Hier entdeckten wir den oben beschriebenen Halsband-Faulvogel, einige andere bunte Vögel, Kautschuk – und Kaugummibäume (weißer Saft!), Brasiliennüsse, Lianen sowie Açai- und Dornenbäume.

Leo entdeckte sogar eine blattgrüne Stabheuschrecke, welches nicht mal die Guides sahen. Außerdem lockte Anselmo mit einem Stock tropische Riesenameisen aus einem Loch – die wohl größten und schmerzhaftesten Ameisen der Welt: Ein Biss soll zwischen 6 und 12 Stunden starke Schmerzen hervorrufen und kann auch Schwindel auslösen.

Am nächsten Tag suchten wir nach Tieren, die wir bisher noch nicht gesichtet hatten und wir hatten Glück: Hoch oben auf einem Baum erblickten wir zwei Faultiere in einer Baumkrone. Diese Tiere sind sehr scheu und nicht einfach zu entdecken, da sie in dieser Höhe leicht mit Termitenhügeln zu verwechseln sind. Unserer Führer sah davon ab die Faultiere von den Bäumen zu holen, da es gegen brasilianisches Gesetz verstößt wohingegen der Guide der anderen Gruppe dies tat und die Besucher diese auch anfassen durften.

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Weiter ging’s auf Delphinsuche. Wir hatten bereits zuvor die Sauerstoffausstöße dieser Flussbewohner gehört nie aber die Körper der pinken und grauen Delphine erblicken können. Es dauert eine Weile bis wir eine geeignete Stelle fanden, diese war aber klasse: Wie auf einer Einbahnstraße tauchten bis zu 20 graue und pinke Delphine in einem Radius von 30m um unser Boot auf um kurz nach Luft zu schnappen. Es war ein beeindruckendes Schauspiel – allein schöne Bilder wollten uns nicht gelingen.

Zum Abschluss des Tages durften wir noch einen sehr schönen Sonnenuntergang miterleben.

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Nach dem Abendessen stand diesmal noch ein Programmpunkt an: Die Suche und das Fangen eines Caiman-Alligators. Diese Flussbewohner hatte Lothar bereits tagsüber in der Nähe der Bootrampe erblicken können, kurz nachdem ein mutiger Germane schwimmend aus dem Wasser kam 😉

Die nächtliche Stimmung und Geräusche waren sehr romantisch: Wir hörten Grillenzirpen, Vogelgesang, erblickten eine Eule sowie eine Flussrate, sahen Glühwürmchen vorbeischwirren und schauten auf einen traumhaften Sternenhimmel.

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Das Highlight in dieser Nacht war jedoch das Erblicken der roten Caiman-Augen und das Einfangen eines kleinen Caimans. Anselmo benötigte zwar mehrere Anläufe, aber Leo schaute sehr stolz als er den kleinen Alligator mit den eigenen Händen anfassen durfte. Genau die richtige Größe für Leonard! Maja war zu diesem Zeitpunkt leider schon in Mamas Händen eingeschlafen. Also durfte Papa ihn auch noch kurz halten. Nur gut, dass Anselmo uns erst im Nachhinein erzählte, dass er schon mehrfach gebissen wurde 😉

Der nächste Morgen begann mit einer faustdicken Überraschung. Unter dem Steg der von der Bootrampe zu den Bungalows führte, wurde eine Schlange gesichtet! Schnell versammelten sich alle Besucher und der Führer Michel fing diese mit einem langen Stock ein. Es war eine ungiftige Cobra, die sogar eine Zecke im Kopf stecken hatte! Somit hatten wir auch das erhoffte Kriechtier noch sehen dürfen – ein glücklicher Zufall.

Den letzten Vormittag verbrachten wir auf Wunsch von Irina und Leonard nochmal mit Piranha-Fischen. Diesmal war Lothar erstaunlicherweise mit 6(!) Piranhas der erfolgreichste. Die glücklichen Fische endeten jedoch diesmal nicht auf dem Grill sondern wieder im Wasser 🙂 Anschließend ging es noch in den Fruchtgarten eines lokalen Bewohners, wo wir allerlei exotische Früchte zu probieren gab. Leo und Maja waren ein große Fans davon. Ihre Lieblingsfrucht, Ingamarie, gab es übrigens auf einem Baum gegenüber von der Bootrampe unserer Lodge.

Damit ging ein äußerst erfolgreicher und spannender Besuch des Amazonasgebietes zu Ende. Wir waren dort noch mitten in der Regenzeit und es gab wie zu erwarten den ein oder anderen erfrischenden Regenschauer, welche jedoch nur kurz verweilte. Laut unserem Guide sind die besten Besuchszeiten März/April und September/Oktober da es hier die besten Chancen gibt Tiere zu sehen. An der Lodge war die Menge an Moskitos verträglich und weniger als erwartet. Auf die Übernachtung im Dschungelcamp (Hängematte und Überdachung aus Zweigen gebaut) verzichteten wir vor allem aufgrund der Kinder. Die meisten Deutschen fanden es jedoch ein authentisches Erlebnis trotz der erhöhten Menge an Moskitostichen.

Nach unserer Rückkehr besichtigten wir noch ein paar Sehenswürdigkeiten in Manaus, darunter den Palacio da Justicia, die Ingreja Sao Sebastiao, den Praca Sao Sebastiao sowie das Teatro Amazonas. Hier unternahm Lothar auch eine Führung ($R20) die in Ordnung war und erfuhr von der Gratisvorstellung am gleichen Abend. Damit war unser Abendprogramm schon festgelegt 😉 Zu schauen gab es traditionelle Indianertänze sowie ein klassisches Konzert.

Unser Fazit: Ein Besuch des Amazonasgebiets durch Aufenthalt in einer Dschungel-Lodge ist sehr empfehlenswert und ein Muss bei jedem Manaus-Besuch. Die Stadt selbst ist ganz nett, sollte aber bei Zeitknappheit zugunsten der Dschungel-Lodge weggelassen werden.

Sao Luis

Der Staat Maranhao, in dem Sao Luis liegt, hat wohl die schlechtesten Straßen Brasiliens. Obwohl die Straßen geteert sind, fällt schnelles Fahren schwer, da Schlagloch auf Schlagloch folgt. Deutsche Feldwege sind definitiv von besserer Qualität 😉

Wir wählten die Route über den Nationalpark Lençois Marahanenses, der an sich schon eine Attraktion darstellt. Leider haben wir hier keinen Stopp eingeplant: Wir passierten ein Meer an Sanddünen zwischen denen sich natürliche Süßwasserseen gebildet hatten und zahlreiche Menschen zum Baden einlud.

Wir erwischten ein schönes AirBnB Apartment zu einem fairen Preis (33USD/Nacht) 25km außerhalb von Sao Luis, im Stadtteil Araçagi. Leider erwischte erst Leo, dann Lothar ein grippaler Effekt, so dass wir uns einen dritten Tag hier ausruhten und das Programm auf’s Minimale herunterschraubten.

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Wir starteten unsere Stadttour an der schönen Ingreja de Nossa Senhora do Vitoria und dem davor liegenden Praca Dom Perdo II. Beides sehr lohnenswert zu sehen, und sicherlich einer der Highlights von Sao Luis. Das Museum nebenan (Eintritt R$5) kann man gut und gerne weglassen.

Als nächstes ging es zum Palacio dos Leoes, dem Gouvaneursitz von Sao Luis. Hier gab es ein paar antike Zimmer zu begutachten mit allerlei Porzellan, Mobiliar und Malerei aus Europa. Das Theater Teatro Arthur Azevedo konnten wir kostenlos in Begleitung von einer Mitarbeiterin besichtigen, die unseren Fragen Rede und Antwort stand von sich aus jedoch nicht viel Preis gab 😉

Anschließend ging es noch zum Casa de la Festa, wo es traditionelle Kostüme aus Maranhao und Bilder von lokalen Künstlern zu bestaunen gab (Eintritt frei). Dann stand noch ein kurzer Abstecher im Convento das Merces auf dem Programm, wo es eine Ausstellung zur politischen Historie Brasiliens gab und wir einer Musikgruppe ueber den Weg liefen.

Zum Abschluss besichtigten wir das wenig spektakuläre Reggae-Museum.

Neben der Altstadt sahen wir noch die zwei Strände, an denen man schön spazieren konnte: Den Praia do und den Praia do Meio. Aufgrund der Verschmutzung des letzteren und nicht zuletzt wegen unseren Erkältungen verzichteten wir aufs Baden.

 

Insgesamt waren wir ein wenig enttäuscht von Sao Luis. Es ist schwer nachzuvollziehen warum Stefan Loose die Stadt in seinem Reiseführer als Highlight einstuft. Unserer Meinung nach gerechtfertigt die Menge und Schönheit der Sehenswürdigkeiten die strapazierende Anreise (Straßen!) nicht und wir würden davon abraten.